Station Mannheim

Christoph 53

Betreiber

DRF Luftrettung

Einsatzzeit

Von Sonnenaufgang (frühestens 7.00 Uhr) bis Sonnenuntergang

2025

907 Einsätze

DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige GmbH
Station Mannheim
Seckenheimer Landstraße 174 a
68163 Mannheim
Fax: +49 621 4137 27
E-Mail: station.mannheim@drf-luftrettung.de

Christoph 53 im Einsatz

Einsatzgebiet der Station Mannheim

Notfallorte im Umkreis von 60 Kilometern kann der Mannheimer Hubschrauber der DRF Luftrettung in maximal 15 Flugminuten erreichen.

Anforderung von Christoph 53

Für Notfälle: Integrierte Leitstelle Mannheim
Für Intensivtransporte: Zentrale Koordinierungsstelle für Intensivtransporte Baden-Württemberg

Aufgaben der Mannheimer Luftretter

Notfalleinsätze
Leitstellenbereich Mannheim sowie die Regionen Rhein-Neckar, Bergstraße, Neckar-Odenwald, Karlsruhe, Kaiserslautern, Odenwald, Ludwigshafen, Mainz, Darmstadt, Darmstadt-Dieburg und Südpfalz
Intensivtransporte
Vorwiegend Baden-Württemberg, aber auch angrenzende Bundesländer

Personal der Station Mannheim

Piloten der DRF Luftrettung
Notärzte der Universitätskliniken Mannheim und Heidelberg
Notfallsanitäter der DRF Luftrettung

Luftfahrzeug der Station Mannheim

H145 mit Fünfblattrotor
Die H145 mit Fünfblattrotor bringt alle Vorteile des ursprünglichen Musters mit vier Rotorblättern mit, vor allem im Bereich der Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken. Zudem bietet das neue Modell eine größere Nutzlastkapazität, dank neuem Rotorsystem einen noch besseren Flugkomfort sowie ein in das Cockpit integriertes WiFi.

Medizinische Ausrüstung an Bord von Christoph 53

Analyse der Blutwerte für therapeutisch-taktische Entscheidungen
Das Blutgasanalysegerät epoc® von Siemens Healthineers ermöglicht es den Luftrettern, mit einer einfachen Blutprobe direkt vor Ort, relevante Informationen zu bestimmten Blutwerten des Patienten zu erhalten. Damit ergeben sich für die medizinischen Besatzungen der DRF Luftrettung wichtige Aspekte bei der Einschätzung des Zustands eines Patienten, für seine Behandlung und die Unterbringung in einer für den Patienten geeigneten Zielklinik.
Beispiele für messbare Werte
Blutgase
Elektrolyte
Einschätzung der Nierenfunktion
Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff
Beispielhafte Einsatzszenarien
Herz-Kreislaufstillstand
schwere Blutungen
Insbesondere bei Patienten mit einem Herz-Kreislaufstillstand tragen die Informationen aus der Blutgasanalyse zu einer erfolgreichen Wiederbelebung bei: Die Luftretter können so die Ursache für den Herzstillstand schneller eingrenzen und eine entsprechende Behandlung einleiten. Aber auch Patienten mit schweren Blutungen, wie beispielsweise bei inneren Verletzungen, profitieren vom Einsatz eines solchen Geräts, da die Ergebnisse eine zielgerichtete Gabe von Infusionen und gegebenenfalls Blutprodukten ermöglichen.

Über die Station Mannheim

Besonderheiten

Christoph 53 wird für den Transport intensivpflichtiger Patienten z.B. mit Verbrennungen, Schädel-Hirn-Verletzungen, Polytraumata (Mehrfachverletzungen) oder schweren internistischen Erkrankungen eingesetzt. Zielkrankenhäuser sind überwiegend die Zentren der Maximalversorgung in Mannheim und Heidelberg (Unikliniken) und der BG Ludwigshafen (Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik).
An Bord von Christoph 53 werden zudem auch Inkubatortransporte durchgeführt. Außerdem umfasst der Einsatzradius der Station die Mittelgebirgsregion Odenwald sowie die vielbefahrenen Autobahnen A5 und A6. So ist die Station Mannheim neben internistischen Notfällen hauptsächlich bei Verkehrs- und Freizeitunfällen im Einsatz. In der Notfallrettung ist der Mannheimer Hubschrauber ein unverzichtbarer Bestandteil in der Region rund um das industriell dicht besiedelte Ballungszentrum Rhein-Neckar mit über zwei Millionen Einwohnern im Dreiländereck Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz.
Als erstes Team in Deutschland wurde die Crew von Christoph 53 im Jahr 2019 komplett in der Anwendung erweiterter invasiver Notfalltechniken ausgebildet. Aufgrund dieser Expertise können beispielsweise Patienten mit schwersten Thoraxverletzungen mit dem Verfahren der Clamshell-Thorakotomie behandelt werden. Damit können Patienten mit hohem Blutverlust schon vor dem Transport in die Klinik stabilisiert werden – ein wichtiger Beitrag, um Leben zu retten!
Außerdem verfügt das Team über eine umfangreiche Expertise bei Säuglings- und Kindernotfällen und Kinderintensivtransport. Es besteht eine sehr enge Kooperation mit Herzzentren (ECMO-Therapie) und neonatologischen Intensivstationen, mit denen auch gemeinsame Trainings durchgeführt werden.
Seit 2024 nutzen die Mannheimer Luftretter zudem die Nahinfrarot-Spektroskopie (NIRS): Als nicht-invasives Überwachungsverfahren ermöglicht NIRS die Messung des Sauerstoffgehalts im Gewebe, was der Besatzung hilft, einen möglichen Sauerstoffmangel frühzeitig zu erkennen und die Behandlung unmittelbar anzupassen. Dies ist besonders wertvoll, um eine optimale Sauerstoffversorgung der Organe sicherzustellen und damit die Überlebenschancen der Patienten zu erhöhen.
Seit Anfang November 2024 testet die Besatzung des am Flughafen Mannheim stationierten Rettungshubschraubers der DRF Luftrettung im Rahmen einer Studie das sogenannte REBOA (Resuscitative Endovascular Balloon Occlusion of the Aorta)-Verfahren. Es wird eingesetzt, um schwere innere Blutungen zu stoppen oder bei Wiederbelebungen die Durchblutung von Herz und Gehirn zu verbessern. Mannheim ist damit nach Halle die zweite Station in Deutschland, die diese innovative Methode in der Luftrettung erprobt.
Eine Vorreiterrolle nimmt die Station Mannheim auch bei der präklinischen Anwendung von Blutprodukten ein: Seit 2019 führt der Mannheimer Hubschrauber Blut- und Plasmaprodukte an Bord mit, um Menschen mit massivem Blutverlust noch besser helfen zu können. Diese Expertise zahlt sich auch aus, wenn das REBOA-Verfahren oder eine Notfallthorakotomie im Fall hoher Blutverluste zum Einsatz kommt.
1986 hat die DRF Luftrettung den provisorischen Einsatzbetrieb an der Station Mannheim mit einem Hubschrauber des Typs Ecureuil AS 350 („Eichhörnchen“) begonnen. Im Jahr 1992 löste ein Hubschrauber des Typs BK 117 die bisherige Maschine ab. Ursprünglich wurde Christoph 53 als Intensivtransporthubschrauber hauptsächlich für den schnellen und schonenden Transport von Patienten zwischen Kliniken angefordert. Nur in Ergänzung zum bereits vorhandenen Rettungsdienst wurde der Mannheimer Hubschrauber auch in der Notfallrettung alarmiert. Mit einer Anordnung des Ministeriums für Arbeit und Soziales des Landes Baden-Württemberg vom 5. Juli 2005 wurden die Aufgaben der Intensivtransporthubschrauber in Baden-Württemberg erweitert. Nach dem ministeriellen Beschluss ist die Entfernung eines Luftrettungsmittels zum Einsatzort ausschlaggebend für die Alarmierung. Der Mannheimer Hubschrauber, mittlerweile ein Hubschrauber des Typs H145 mit Fünfblattrotor, wurde direkt an die Rettungsleitstelle Rhein-Neckar angebunden und für Notfalleinsätze angefordert, wenn er das Rettungsmittel darstellt, das den Notarzt am schnellsten zum Einsatzort bringen kann. Seit April 2020 ist die neu gegründete Integrierte Leitstelle Mannheim für die Hubschrauberdisponierung verantwortlich.